Mein Credo zur Frage der Aufarbeitung

Unsere Vorgehensweise auf dem Weg einer angestrebten Aufarbeitung

Ich glaube, in der Frage der Aufarbeitung der KIG-Vergangenheit kann es keinen Weg geben, der allen gerecht wird:

  • Die einen Betroffenen brauchen Öffentlichkeit, die sie aus ihrer Isolation herausholt und Chancen auf die Solidarisierung von weiteren Mitbetroffenen eröffnet.
  • Die anderen Betroffenen brauchen größtmöglichen Schutz ihrer verletzten Privatsphäre und ihrer daraus folgenden persönlichen Bewältigungsstrategie.
  • Es gibt aber auch Täter, Verantwortliche und Mitläufer, denen an einer möglichst wasserdichten Geschichtsklitterung gelegen ist.

Wer sich der KIG anschloss (oder in ihr erwachsen wurde), der wusste in jedem Fall, dass er/sie an einer kirchenpolitisch wie gesellschaftlich bedeutsamen Initiative beteiligt ist. Früchte und Scherben dieses kollektiven Experiments sind also keinesfalls nur reine Privatsache.

  1. Eine nach Frau Wallbrechers Tod eröffnete Perspektive zu einer internen Selbstkorrektur wäre die Einladung zu den „Wegen der Versöhnung“ gewesen. Dieser eindringliche Aufruf ist jedoch am Boykott der damaligen KIG-Verantwortlichen gescheitert, welche die objektive Chance (theologisch: Kairos) einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollten.
  2. Also blieb als nächster Schritt nur der Appell an die Hauptverantwortlichen in der eigenen Kirchenleitung, dem diese nach langem Zögern mit der Visitation und den daraus folgenden Beschlüssen gefolgt ist. Doch auch hier verweigerte sich die KIG-Leitung und ging ihre eigenen Wege (Vernichtung von Archivmaterial, Umfirmierung von Rechtsträgern, Verlagerung in andere Bistümer, radikale Verkleinerung des Innenkreises).
  3. Also blieb im dritten Schritt absolut notgedrungen nur noch übrig, zunächst die kirchen-nahen Medien (z.B. KNA, Herder-Korrespondenz) um Unterstützung in der objektiv unverzichtbaren Aufarbeitungsfrage anzugehen.
  4. Da die KIG aber inzwischen über Amtsinhaber in etlichen kirchlichen Positionen verfügt, die ihren Einfluss massiv geltend machten, um eine solche innerkirchliche Diskussion zu unterdrücken, wurde zuletzt auch der Schritt an die außerkirchliche Öffentlichkeit durch Internet-Präsenz, diverse Medien und professionelle Rundfunkredaktionen notwendig.

Niemand, der diese letztlich unkontrollierbare Außenwirkung scheut, muss sich direkt daran beteiligen. Die/derjenige sollte aber bitte nicht an denen Anstoß nehmen, die entschlossen sind, ihr privates Image hinter das Anliegen einer bestmöglichen Aufarbeitung dieses bestgemeinten, aber ganz gewiss nicht bestgeglückten kirchlichen Reformversuchs zurückzustellen.

 

Lesen Sie dazu auch das Credo von Gudrun Mann zur Frage der Aufarbeitung

Hintergrundinformationen zu den „Wegen der Versöhnung“

Hintergrundinformationen zur Visitation

 

Dieser Text entspricht den Erfahrungen und Erlebnissen des Autors. Die Website exigler.de distanziert sich von allen Missverständnissen und rechtlichen Verpflichtungen.

Wir bitten alle Betroffenen, sich auf die für sie geeignete Weise Hilfe zu holen. Besonders gut und wichtig wären weitere Berichte – wir bitten Euch darum.