Die Statuten

Die Statuten waren die Schnittstelle zwischen Kirche und IG.

Die Statuten

Grundlage der kirchlichen Anerkennung der IG als „apostolische Gemeinschaft“

 

Generell bedeutet ein Statut eine Satzung, eine schriftlich niedergelegte Ordnung.

Mittels kirchlicher, seitens (Erz-) Bischöfen unterschriebener Statuten erhielt die IG ihre kirchliche Anerkennung zuerst in den Bistümern München und Paderborn im Jahre 1978. In diesen Statuten wurde die IG auf Grundlage des Dekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Apostolat der Laien als „apostolische Gemeinschaft“ anerkannt: „Sie hat die Form eines öffentlichen Vereins gemäß can. 301 § 3 CIC und untersteht als solcher der kirchenamtlichen Aufsicht des Ortsordinarius.“[1]

Die Statuten mussten in jedem Bistum, in dem sich die IG niederließ, eigens besprochen und anerkannt werden. Unter den Rubriken: Name, Ziele, Lebensform, Mitgliedschaft und Zugehörigkeit, Priester und Ordensleute in der IG, Organe der IG, Beschlussfassung und Wahlen, Filiation und Vermögensfragen wurden viele Details grundlegend beschrieben.

 

Ich persönlich habe die Statuten niemals zu Gesicht bekommen und ich wusste bis vor Kurzem überhaupt nicht, was darin stand, nur, dass die IG darüber ihre kirchliche Anerkennung erhalten hatte. Gelegentlich habe ich gehört, dass es z.B. zwischen dem Münchner Ordinariat und der IG Diskussionen über darin beschriebene Einzelheiten gab, dabei war mir nicht bewusst, über welche konkreten Angelegenheiten. Sie erschienen mir persönlich eher ein notwendiges Übel zu sein, das immer wieder zu Ärger führte.

 

Was sagt der Visitationsbericht dazu?[2]

Unter der Rubrik „Problematischer Umgang mit Recht“ wird berichtet, dass die „Nichtbeachtung der eigenen Statuten“ ein wiederkehrendes Problem darstellte, wie bereits im Jahre 2005 der „Kirchenrechtler Professor Dr. Heribert Schmitz in einem von der Erzdiözese in Auftrag gegebenen Gutachten“ herausgearbeitet hatte. Unter anderem untersuchte er z.B. Ausschlussverfahren von Mitgliedern und kam zu dem Schluss, dass diese rechtswidrig sind. Selbst die IG bestätigte eine Nichtübereinstimmung von Statutenbestimmungen und gelebter Praxis, um damit in Schreiben ab 2002 die Notwendigkeit von Statutenänderungen zu untermauern.

Zudem änderte die IG „den Namen ihres in den kirchlichen Statuten verankerten Trägervereins während der laufenden Visitation mehrfach“, informierte aber die Erzdiözese nicht darüber. Am 20. März 2020 bekam er den Namen „collegium theologia e.V.“. Diese Änderungen hatten laut Visitatoren „mutmaßlich das Ziel, den öffentlichen kirchlichen Verein in der Erzdiözese München und Freising durch seinen bisherigen weltlichen Trägerverein zu ersetzen, der Aufsicht des Erzbischofs zu entziehen und die Visitation zu verhindern.“

 

 


[1] Statuten 1997, S. 2

[2] https://www.erzbistum-muenchen.de/cms-media/media-52305220.pdf, aufgerufen am 30.5.21, S.3f.

 

 

Zeitliche Übersicht kirchlicher Anerkennung

1978
Paderborn (17.10.) und München/Freising (24.11.)
Approbation der IG 'ad experimentum'
1982
Rottenburg-Stuttgart
Approbation der IG 'ad experimentum' (Feb.)
1983
München /Freising
Verlängerung der Approbation 'ad experimentum' der IG (19.12.)
1985
München/Freising
Endgültige Approbation der IG (16.11.)

Feier der Approbation in Rom, St. Paul v. d. Mauern, mit Kardinal Wetter 

1988
Ausgburg
Endgültige Approbation der IG (20.11.)
1991
Rottenburg-Stuttgart
Endgültige Approbation der IG (02.09.)
1994
Rom (Diözese)
Endgültige Approbation der (15.03.)
1997
Paderborn (26.02.), Rottenburg-Stuttgart (12.03.) und München/Freising (29.09.)
Namensänderung in Katholische IG
1999
Dar-es-Salaam (Tansania)
Endgütlige Approbation der KIG (18.02.)
2001
Wien
Endgültige Approbation der KIG (25.03.)
2004
Münster
Approbation der KIG 'ad experimentum' (April)
2008
Münster
Endgültige Approbation der KIG (März)
2020
München/Freising
Auflösung der KIG durch Kardinal Reinhard Marx (20.11.)